Formen der Demenz
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Demenz

Die verschiedenen Formen der Demenz

Als Demenz bezeichnet man Erkrankungen, die den Abbau und Verlust höherer kortikaler Fähigkeiten verursachen. Der meist progressive Verlauf beginnt mit einer Abnahme des Erinnerungsvermögens, setzt sich über verschiedene Symptome fort, bis hin zum Verlust der autobiografischen Identität und häufig der völligen Hilflosigkeit. Hinzu kommt eine erhöhte Anfälligkeit für andere Krankheiten und eine verkürzte Lebenserwartung. Das Bewusstsein und die Sinneswahrnehmung sind aber nicht betroffen, wodurch Demenzen bei Betroffenen und Angehörigen zu starken Ängsten und emotionalen Auswirkungen führen können.1

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz mit einer Prävalenz von 50 bis 70 Prozent. Ebenfalls häufig ist mit 15 bis 25 Prozent die vaskuläre Demenz. Daneben gibt es weitere Formen, wie zum Beispiel die Lewy-Körperchen-Demenz oder die frontotemporale Demenz. Zudem gibt es Mischformen und sekundäre Demenzen. Letztere treten etwa infolge von Tumoren oder Alkoholmissbrauch auf.1

Alzheimer-Demenz

Charakteristisch für die Alzheimer-Demenz ist die fortschreitende Verschlechterung kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis und Sprache. Ebenfalls betroffen ist die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu verstehen und zu lösen. Es kommt zu Verhaltensänderungen sowie einer eingeschränkten Fähigkeit zur Durchführung von Alltagsaktivitäten.1

Die Ursache für die Alzheimer-Demenz ist unklar. Auffällig sind jedoch bestimmte Proteinablagerungen – die Beta-Amyloid-Plaques und die Tau-Fibrillen. Diese werden auch zunehmend als Biomarker zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit herangezogen.1

Vaskuläre Demenz

Die Hirnschädigungen bei der vaskulären Demenz werden durch zerebrale Durchblutungsstörungen wie Infarkte, Schlaganfälle oder Blutungen hervorgerufen, die dementsprechend weiter untergliedert werden. Die Symptome entwickeln sich schnell beziehungsweise sprunghaft, je nach Schwere und Art der Infarkte.1

In der Folge sind die kognitiven Fähigkeiten der Patient:innen beeinträchtigt, was sich insbesondere durch Gedächtnisstörungen manifestiert. Hinzu kommen Verschlechterungen in unter anderem der Orientierung, Aufmerksamkeit oder Sprache. Als zusätzliche Merkmale gelten motorische Auffälligkeiten sowie Blasenfunktionsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Lewy-Körperchen-Demenz (LKD)

Dieser Krankheit liegen die zentralen Merkmale einer Demenz zugrunde, hinzu kommen jedoch Symptome, die bei den anderen Formen nicht vorkommen: Fluktuationen der Kognition, insbesondere der Aufmerksamkeit und Wachheit, wiederkehrende und detaillierte visuelle Halluzinationen oder Parkinson-Symptome.1

Gemischte Demenz

Neben den reinen Formen dieser Krankheitsbilder gibt es Mischformen der Demenz. Diese sogenannte gemischte Demenz kommt vor allem bei Menschen in hohem Alter vor. Unter dem Begriff versteht man meist eine Kombination aus Alzheimer-Demenz und der vaskulären Demenz, sodass neben den Alzheimer-typischen Proteinablagerungen auch zerebrovaskuläre Läsionen vorkommen. Die Kombination einer Alzheimer- mit einer Lewy-Körperchen-Demenz zeichnet sich durch zusätzliche kognitive Fluktuationen und Halluzinationen aus.1

Frontotemporale Demenz

Die frontotemporale Demenz (FTD) wird auch als Pick-Krankheit bezeichnet. Sie kann sich in zwei Hauptvarianten manifestieren: die Verhaltensvariante (behaviorale Variante, bvFTD) und die primär progressive Aphasie (PPA). Die PPA lässt sich in die drei Varianten nicht-flüssige, agrammatische PPA, semantische PPA und logopenische PPA einteilen.1

Bei der bvFTD kommt es zu progredienten Verhaltensänderungen wie Enthemmung, Apathie, Empathieverlust oder der Durchführung stereotyper, ritualisierter Verhaltensweisen. Bei der PPA ist die Sprache der Patient:innen hinsichtlich der verschiedenen Aspekte eingeschränkt.1

Demenz bei Morbus Parkinson

Treten demenzielle Symptome im Verbund mit der Parkinson-Krankheit auf, beginnen diese meist schleichend und schreiten auch langsam fort.

Sekundäre Demenzen

Unter sekundären Demenzen versteht man verschiedene Krankheitsbilder, die häufig durch Beseitigung der verursachenden Erkrankung behoben werden können. Tumore im Gehirn können zu kognitiven Beeinträchtigungen führen, die sich nach der Entfernung des Tumors wieder normalisieren können. Vitamin- oder Flüssigkeitsmangel können ebenfalls zu Verwirrtheitszuständen führen. Jahrelanger Alkoholmissbrauch dagegen kann zu Hirnschädigungen führen, die sich insbesondere durch schwere Defizite im Erinnerungsvermögen äußern.

neuRo Nurse
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